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Erbrecht Spanien

Spanisches Erbrecht ist anwendbar, wenn der Erblasser Spanischer Staatsangehöriger war. Zu beachten ist nicht nur dessen Staatsangehörigkeit, sondern auch auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten autonomen Region. Wie im spanischen Familienrecht gilt im spanischen Erbrecht in verschiedenen Regionen das Foralrecht. Das heißt, dass das spanische Erbrecht nicht einheitlich ist, sondern in Aragón, Katalonien, auf den Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera), Navarra, Baskenland und Galizien in eigenen Gesetzen geregelt ist und nicht im allgemeinen spanischen Zivilgesetzbuch (Código Civil), das in allen übrigen autonomen Regionen gilt.

Gesetzliche Erbfolge nach dem allgemeinen spanischen Zivilgesetzbuch

Ist kein Testament vorhanden, so gilt die Erbfolge, wie sie im spanischen Zivilgesetzbuch festgelegt ist. Demnach sind Erben die Abkömmlinge, der Ehegatte und der Staat. Vorrangige Erben sind jedoch die Abkömmlinge und der Ehegatte. Der Staat erbt lediglich bei Nichtvorhandensein von Abkömmlingen oder einem Ehegatten.

Zu beachten ist allerdings bei Vorhandensein von Kindern und eines Ehegatten, dass die Kinder vorrangig erben und dem Ehegatten lediglich ein Nießbrauchrecht an einem geringen Teil der Erbschaft zusteht. Je nach Güterstand findet allerdings im Rahmen der Erbschaftsannahme die Liquidierung der Gütergemeinschaft statt, wobei der Ehegatte seinen güterrechtlichen Teil des Vermögens erhält und so letztendlich nicht in allen Fällen fast leer ausgeht.

Gewillkürte Erbfolge nach dem allgemeinen spanischen Zivilgesetzbuch

Gewillkürte Erbfolge bedeutet, dass der Erblasser ein Testament hinterlassen hat, in welchem er seine Erben bestimmt hat. In Spanien gibt es das handschriftliche Testament und das notariell beurkundete Testament. Das gemeinschaftliche Testament ist in Spanien verboten. Vor einem spanischen Notar kann ein dem in Deutschland unter dem Begriff „Berliner Testament“ entsprechende Testament nicht beurkundet werden. Selbst wenn ein spanisches Ehepaar in Deutschland ein „Berliner Testament“ aufsetzen würde, wäre dies in Spanien ungültig. Bei einem deutsch-spanischen Ehepaar gilt dies entsprechend für den spanischen Ehegatten.

Der spanische Gesetzgeber verbietet darüber hinaus den Erbvertrag. Er ist aber in den Foralrechtsgebieten Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca, Formentera), Aragón, Navarra und Katalonien gesetzlich nicht verboten und kann in diesen Regionen entsprechend der jeweiligen Gesetzgebung abgeschlossen werden.

Rechtsanwältin Martina Dyllong Mitglied im Deutschen Anwaltverein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein Mitglied beim Anwalt Suchservice Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V.
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