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Erbschaftssteuern in Spanien

Seitdem das Urteil des EuGH (AZ: C-127/12) in Bezug auf die Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer für nichtresidente Steueransässige in Spanien fiel, gilt, dass sämtliche Erben, die auf spanischem Territorium Nachlassvermögen vorfinden, dass dieselben Steuergesetze auch für Nichtresidente gelten, wie für spanische Steuerinländer. In Spanien haben die jeweiligen Autonomiestatute eigene Vorschriften für etwaige Steuerfreibeträge in Bezug auf die Erbschafts- und Schenkungssteuer. Dies bedeutet, dass der Erbe im Falle einer Erbschaft die Erbschaftssteuern nach den Vorschriften in der jeweiligen Region berechnen muss.
In vielen Fällen bedeutet dies, dass erheblich weniger Erbschafts- und Schenkungssteuern anfallen, als es noch vor dem Jahre 2015 der Fall war.

Beispielhaft seien einige wichtige Freibeträge für das Jahr 2017 (Todesfall in 2017) in Bezug auf die Erbschaftssteuer nachfolgend aufgeführt:

Andalusien (Málaga, Marbella, Torrox-Costa, Nerja, Roquetas de Mar, Costa del Sol, Costa de la Luz):
• 175.000,00 Euro für Ehegatten und Kinder, wenn der Nachlass den Wert nicht übersteigt
• Personen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 33%, wenn der Gesamtwert der Güter nicht 250.000,00 Euro übersteigt

Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca, Formentera):
Steuersätze (progressiv) für den Ehegatten und/oder die Kinder, wenn das Vorvermögen nicht über 400.000,00 Euro liegt:
Nachlassvermögen von 0,00 Euro – 700.000,00 Euro: 1%
Nachlassvermögen 700.0000,00 Euro – 1.000.000,00 Euro: 8%
Nachlassvermögen 1.000.0000,00 Euro – 2.000.000,00 Euro: 11%
Nachlassvermögen 2.000.0000,00 Euro – 3.000.000,00 Euro: 15%
Nachlassvermögen ab 3.000.0000,00 Euro : 20%
Ist das Vorvermögen höher als 400.000,00 Euro, gelten bestimmte Koeffizienten, welche die Erbschaftssteuerlast erhöhen.
• Freibetrag in Höhe von 25.000,00 Euro für den Ehegatten und Kinder über 21 Jahre sowie die Eltern des Erblassers
• Freibeträge gibt es weiterhin, wenn ein Grad der Behinderung des Erben von mindestens 33 % vorhanden ist von bis zu 300.000,00 Euro

Kanaren (Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, Teneriffa, La Gomera, La Palma, El Hierro):
Für Todesfälle seit dem 01.01.2016 gilt für Ehegatten und Kinder des Erblassers eine Steuervergünstigung von bis zu 99,9 %.

Katalonien (Barcelona, Costa Brava, Costa Dorada, Tarragona, Gerona):
• Freibetrag in Höhe von 100.000,00 Euro für den Ehegatten und die (adoptierten) Kinder
• Freibetrag in Höhe von 275.000,00 Euro für den Ehegatten und die (adoptierten) Kinder, wenn sie älter als 75 Jahre sind
• Freibeträge von bis zu 650.000,00 Euro gibt es weiterhin, wenn ein Grad der Behinderung des Erben von mindestens 33 % vorhanden ist

Provinz Valencia (z.B. Alicante, Denia, Calpe, Benidorm, gesamte Costa Blanca, Castellon de la Plana):
• Steuervergünstigung bei Kindern unter 21 Jahre in Höhe von bis zu 75%
• Steuervergünstigung bei Kindern und Ehegatten in Höhe von bis zu 50%
• Freibetrag in Höhe von 100.000,00 Euro für Ehegatten und Kinder
• Freibeträge gibt es weiterhin, wenn ein Grad der Behinderung des Erben von mindestens 33 % vorhanden ist bis zu 240.000,00 Euro

Diese Aufzählungen sind nicht vollständig und abschließend. Die Darstellung ersetzt keine individuelle Betrachtung des Einzelfalls, welche im Rahmen einer Beratung möglich ist.

Rechtsanwältin Martina Dyllong Mitglied im Deutschen Anwaltverein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein Mitglied beim Anwalt Suchservice Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V.
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