Sie befinden sich hier » Erbrecht Deutschland » Das Nottestament

Das Nottestament

Die Nottestamente

Mit einem Testament regelt der Testierende die Verteilung seines Vermögens nach seinem Belieben. Dafür hat er in der Regel viel Zeit, um sich seine Entscheidungen reilich zu überlegen. Darüber hinaus kann er sie jederzeit ändern oder widerrufen. Was verbirgt sich jedoch hinter dem Begriff „Nottestament“?

Wie es der Begriff schon andeutet, kommt ein Nottestament in der Not, das heißt konkreter Lebensgefahr aufgrund einer Gefahrensituation oder schweren akuten und lebensbedrohlichen Krankheit in Betracht. In einer solchen Situation gibt der Gesetzgeber dem Testierenden die Möglichkeit binnen kurzer Zeit ein Nottestament zu errichten. In Deutschland gibt es drei verschiedene Möglichkeiten ein Nottestament zu errichten:

1.       Bürgermeistertestament, § 2249 BGB

Ist zu befürchten, dass der Erblasser früher stirbt, als dass ihm die Errichtung eines Testaments vor einem Notar möglich ist, so kann er das Testament zur Niederschrift des Bürgermeisters der Gemeinde, in der er sich aufhält, errichten. Der Bürgermeister muss zu der Beurkundung zwei Zeugen zuziehen. Der Erblasser erklärt also seinen letzten Willen mündlich dem Bürgermeister, welcher diesen dann aufschreibt.

2.       Drei-Zeugen-Testament, § 2250 BGB

Wenn sich der Erblasser in naher Todesgefahr befindet und gerade eben kein Notar oder Bürgermeister zur Verfügung steht, so kann er seinen letzten Willen mündlich vor drei Zeugen erklären. Über diese mündliche Erklärung ist eine Niederschrift aufzunehmen, welche verständlich vorgelesen, genehmigt und von den drei Zeugen sowie dem Erblasser unterschrieben werden muss. Die Zeugen dürfen aber nicht mit einer Person verwandt oder verschwägert sein, welche im Testament als Erbe aufgeführt ist oder gar selbst Begünstigter sein. Die Zuwendung welche diese Person aus der Erbmasse erhalten sollte, wäre in solch einem Fall nicht mehr wirksam. Daher ist Vorsicht geboten. Siehe auch vertiefend hier.

3.       Seetestament, § 2251 BGB

Es kann auch vorkommen, dass man sich an Bord eines deutschen Schiffes befindet und kein Bürgermeister der Gemeinde und kein Notar mitgereist ist. Dann kann unter den Voraussetzungen des Drei-Zeugen-Testaments der letzte Wille in dieser Form bekundet werden.

 

Rechtsanwältin Martina Dyllong Mitglied im Deutschen Anwaltverein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein Mitglied beim Anwalt Suchservice Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V.
Design & Entwicklung - www.ennovative.de